Wandern auf der Krim – mit Zelt und Schlafsack unterwegs

Strandurlaub im russischsprachigen Raum – das klingt fast wie ein Gegensatz. Ist es aber nicht. Die Halbinsel Krim am schwarzen Meer ist das Urlaubsziel Nummer eins der Region und gleichermaßen beliebt bei Russen, Ukrainern und Westeuropäern. Und zwar zurecht.

Zankapfel der Mächte

Heute ist die Krim als autonome Republik Teil der Ukraine. Das führt regelmäßig zu diplomatischen Streitereien zwischen ihr und Russland, da die Halbinsel in einer wichtigen strategischen Lage liegt und mit Sevastopol den Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte beinhaltet. Doch auch als Touristenziel ist sie begehrt. So hielt sich Gorbatschow während des Putsches in den frühen Neunzigern des vergangenen Jahrhundert auf seinem Ferienhaus auf der Krim auf.

Trotz der großen Beliebtheit ist sie als Urlaubsort dennoch nicht überlaufen. Für Wanderer bietet die Krim weite, einsame Strände und Berge, um sich gegenseitig aus den Weg zu gehen und die Ruhe der Natur zu genießen. Campingplätze sind hier nicht nötig, umweltbewusste Urlauber können ihr Zelt in der Wildnis aufschlagen.

Ausgangspunkte und Vorbereitungen

Ein perfekter Anlaufpunkt für Anreisende ist die zentral gelegene Provinzhauptstadt Simferopol. Dort können sich Besucher mit Proviant eindecken und anschließend mit einer Marschrutka, einer Art Kleinbus, an die Küste fahren. Da angekommen, stehen Entdeckerwille und Spontanität alle Türen offen. Wanderer sollten nur stets darauf achten, genügend Wasser mit sich zu führen oder in der Nähe einer Bergquelle zu sein. In den Sommermonaten sind knallende Sonne bei 38°C keine Seltenheit. Gut, dass bewaldete Berge ausreichend Schatten spenden.

Absolut notwendig für einen glücklichen Wanderurlaub auf der Krim sind Insektenschutzmittel. Nachts können sonst Mücken, tagsüber Bremsen den Aufenthalt vermiesen. Wer jedoch darauf vorbereitet ist, wird mit wunderschönen Landschaften belohnt. Im Meer lassen sich zudem Wale und Delfine beobachten, an Land finden Naturfreunde wildwachsende Gewürzkräuter und sogar Pistazien. Hin und wieder tauchen hinter Hügeln historische Überbleibsel vergangener Zeiten auf. Sowohl Griechen als auch Genuesen kolonialisierten die Krim und hinterließen ihre Spuren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.